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Naturcoaching-Tipp: Lass doch mal los!

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Naturcoaching-Tipp: Lass doch mal los!

Ein praktische Anleitung: So unterstützt dich die Natur beim Loslassen

In meinem letzten Blogbeitrag habe ich davon erzählt, wie ich persönlich das Thema „Perfektion” ein wenig loslassen konnte und inwieweit das Sein im komplexen Umfeld Natur mir dabei geholfen hat. Beim Loslassen geht es natürlich nicht nur um Perfektion. Loslassen kannst du vieles – z. B. Ängste, Erwartungen, Gedanken, Eigenschaften, Gefühle, Gewohnheiten, Beziehungen, Situationen und vieles mehr. Auf jeden Fall hat es immer auch etwas mit einfach „Lassen“ zu tun: etwas stehen lassen, laufen lassen, sich entwickeln lassen, sein lassen – nichts (mehr) damit tun müssen und wollen. Auch wenn Loslassen in einem ersten Schritt schmerzhaft sein kann, es gibt eine gute Nachricht: Wenn du etwas loslässt, entsteht gleichzeitig ein Freiraum, in dem sich etwas Neues entfalten kann – etwas, das dir gut tut. Loslassen kann wie ein Turbo wirken und dir mächtig Energie geben.

Wenn du dir hier selbst ein wenig auf die Spur kommen möchtest, probiere doch einmal die folgende Übung für dich aus:

1. Komm deinem Thema auf die Spur

Wenn du nicht wirklich weißt, was für dich gut wäre, loszulassen, hilft dir vielleicht folgendes: Spür mal in dich hinein, was dich gerade in deinem Leben eventuell blockiert, was dir nicht gut tut, sich eng oder starr anfühlt. So, als ob du mit angezogener Handbremse unterwegs wärst. Oder du gehst einfach direkt los in die Natur, um mit deinem Thema in Kontakt zu kommen (nimm dir am besten ein kleines Notizbuch mit und ein Handy oder Kamera für Natureindrücke). Um dein Unbewusstes gut zu instruieren, stell dir vorher innerlich eine Frage dazu. Zum Beispiel: „Was fühlt sich gerade schwer für mich an?“ oder „Was hindert mich, in meine Energie zu kommen?“.

Du kannst aber auch jede andere Frage nehmen, die dir dazu in den Sinn kommt und dein Unbewusstes anregt, dir hier Impulse zu geben. Und dann lass auch diese Fragestellung einfach vorbeiziehen und vertraue darauf, dass sich dir dein Thema zeigen wird. Es kann zum Beispiel sein, dass dir beim Gehen auf einmal ein Wort in den Sinn kommt oder dich etwas in der Natur „anspringt“. So hatte ich z. B. eine Klientin, bei der es um Ungeduld und Warten ging. Sie konnte sich schlecht auf alles andere konzentrieren und war mit ihrem Fokus nur auf dieses Thema gerichtet. Beim Laufen kam ihr plötzlich das Wort „Erwarten“ und „meine Erwartungen“ dazu in den Sinn. Auf dieser Basis konnte sie dann eine ganz neue Perspektive auf ihre Situation erarbeiten. Dazu entdeckte sie noch einen recht großen, schweren Ast, der sich ihr fast aufdrängte.

Wie du damit weitermachen kannst, folgt nun in einem zweiten Schritt.

2. Mit dem Thema „spielen“

Wenn du alleine mit dir unterwegs bist und dir spontan Wörter in den Kopf gekommen sind, kannst du weiter damit auf dem Weg bleiben. Bleib in einem lockeren, zügigen Schritt unterwegs und lass deine Gedanken frei assoziieren: was kommt dir noch dazu in den Sinn? Du kannst deine spontanen Impulse als Sprachaufnahme in deinem Handy speichern oder dir Notizen dazu machen. Genau wie bei meiner Klientin können sich dir so Schritt für Schritt neue Blickwinkel auf dein Thema eröffnen.

Wenn du ein Natursymbol gefunden hast, fange auch hier an, damit zu spielen. Du kannst es eine zeitlang tragen. Wie gehst du mit dem Gewicht um? Erkunde es – rieche daran, spüre die Oberfläche, schaue auf Kleinigkeiten. Und auch jetzt lass deinen Assoziationen freien Lauf. Meine Klientin etwa hat ihren Ast eine gute halbe Stunde getragen. Anfangs hat sie damit wirklich gespielt und versucht, ihn während des Gehens zu balancieren. Mal in die eine, mal in die andere Hand genommen. Anfangs hat es ihr noch Spaß gemacht, mit zunehmender Strecke wurde er ihr allerdings lästig und hinderlich. Ihr wurde klar, dass das ähnlich mit ihrem Warten ist. Anfangs war es für sie fast noch ein freudiges, spielerisches Warten, bis es sich zu einem verkrampften Fokus entwickelte.

Jetzt überleg dir, was du mit deinen Gedanken und/oder mit deinem Natursymbol machen möchtest – nimm dabei deine spontanen Impulse wahr und vertraue darauf, dass es das Richtige für dich ist. Du könntest zum Beispiel die Wörter, die dir in den Sinn gekommen sind, auf einen Zettel schreiben und wegwerfen, vielleicht sogar ein kleines Feuer machen (dort, wo erlaubt und ungefährlich). Wenn du einen Naturgegenstand gefunden hast, möchtest du vielleicht einen Platz finden, wo du ihn gut in der Natur lassen kannst. Meine Klientin hat ihren Ast übrigens in einen Fluss geworfen. Was auch immer du tust, lass dich dabei von deiner Intuition leiten.

3. Nachspüren

Abschließend spüre ganz genau in dich hinein – was ist jetzt anders für dich nach dem Ablegen, Wegwerfen, Vergraben, Verstecken, in den Fluss werfen etc.? Wo fühlst du es? Was macht es mit dir? Welche Gedanken kommen dir? Nimm die Unterschiede von vorher und nachher ganz bewusst wahr. Am besten, du machst dir ein paar Notizen dazu.

All dies kannst du jetzt einfach so stehen lassen, als erlebte Erfahrung und Erkenntnis abspeichern und darauf vertrauen, dass dein Unbewusstes in deinem Alltag und in deinem Sinne damit weiterarbeiten wird. Du kannst dieses Tun aber auch ganz bewusst in dein Leben übertragen. Wenn du dein Natursymbol beispielsweise an einem Platz zurückgelassen hast, könntest du immer dann, wenn du deinem Thema im Alltag wieder begegnest, einen bestimmten Gegenstand dafür an einen anderen Platz legen, wie etwa in eine Schublade oder aus dem Sichtfeld ins Regal. Es ist sehr effektiv, auf diese Art und Weise bildhaft und physisch zu arbeiten. Wir nutzen hier vor allem unseren Körper und unser Unbewusstes, um Veränderungen zu initiieren und zu verankern. Denn letztendlich geht es immer auch um ein mentales Umlernen.

Wenn du die Übung einmal für dich ausprobiert bist, freue ich mich über einen Kommentar dazu! Viel Freude beim Loslassen…

 

 

Fotos: Jakob Owens, Hanneke Laaning / Unsplash