Loslassen in der Natur und Freiraum schaffen | anjahume.de
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Loslassen in der Natur und Freiraum schaffen

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Loslassen in der Natur und Freiraum schaffen

Meine Netzwerkkollegin Silke Bicker hat mich gefragt, ob ich für ihre Blogaktion „Vom Wert der Natur in der Selbstständigkeit” einen Artikel schreiben möchte. Sehr gerne, dachte ich mir – und habe hier meine Gedanken und Erfahrungen zu dem Thema „Loslassen in der Natur und Freiraum schaffen für Neues“ festgehalten. Übrigens: jeden Tag bis Weihnachten erscheint ein Beitrag in Silkes Blogaktion, die ihr gesammelt hier findet.

Als Selbstmanagementtrainerin begleite ich Menschen dabei, sich Ziele für ihr Leben zu setzen und diese zu erreichen. Es geht dabei immer um eine Hin-zu-Lösung für ein berufliches oder privates Anliegen und natürlich um Ressourcen, Pläne und Maßnahmen, um das so formulierte Ziel nachhaltig umsetzen. Eine Vorgehensweise, die sich nicht wirklich nach Loslassen anhört, oder? Die Natur hat mich über die letzten Jahre meiner Selbstständigkeit jedoch gelehrt, dass Ziele erreichen sehr viel mit Loslassen zu tun hat.

Starre Vorstellungen versus „auf das, was da noch kommt“

Pausenplatz - Trek'n Learn Sächsische SchweizWirklich bewusst erfahren habe ich die Kraft des Loslassens auf einem meiner Trek’n-Learn- oder auch ZRM®-Trekkings. Bei mir ging es konkret um das Loslassen von Perfektion. Perfekt in der Natur sein zu wollen, funktioniert einfach nicht so gut. Bei den ersten Trekkings habe ich vorab immer ein vermeintlich perfekt durchdachtes, minutengenaues Drehbuch geschrieben – mit Streckenplanung, Wegstrecken und -zeiten, Pausenplätzen, Seminarinhalten, Zeitpunkten für das Ankommen am Zielort und so weiter.

Die Realität hat mir gezeigt, dass Picknick- und Seminarplätze durchaus besetzt sein können, das Wetter macht, was es will und TeilnehmerInnen plötzlich nicht mehr weitergehen können, weil das Knie streikt. Im Seminarraum kann ich 95 % dieser Faktoren ausschließen, unter freiem Himmel ist dies schlichtweg nicht möglich. Dann dachte ich, Worst-Case-Szenarien inklusive möglicher Lösungen können mich retten und ich habe diese durchexerziert. Das hat ganz gut funktioniert, war aber extrem anstrengend und hat sich teils starr und unflexibel angefühlt, weil ich mich sehr darauf fixiert habe. Natürlich kann, sollte und muss ich bei einem Trekking vieles vorbereiten, planen und überlegen. Das ist verantwortungsvoll, macht Sinn und ist wichtig. Gerade, wenn ich nicht alleine in der Natur unterwegs bin. Leichtigkeit, Freude und Flow habe ich allerdings in dem Moment erlebt, als ich mir erlaubt habe, die geplante Perfektion loszulassen und mich auf das einzulassen, was mir im Naturraum begegnet und welche Situationen sich hier in diesem komplexen Umfeld ergeben.

Pausenplatz belegt? Macht nichts, wir überlegen gemeinsam, wo ein noch schönerer Platz sein könnte oder üben uns in Geduld, bis er frei geworden ist. Schlechtes Wetter? Eine gute Möglichkeit, dies als physische und psychische Herausforderung zu nutzen und zu bewältigen. Eine Teilnehmerin knickt um und kann nicht mehr weiterlaufen? Wir üben uns in Agilität und sammeln kreative Ideen, damit sie trotzdem am Seminar teilnehmen kann.

Meine Erfahrung: In dem Moment, als ich innerlich losgelassen habe von meinen Vorstellungen und Erwartungen, ist Freiraum für Neues entstanden und ein ganz anderes Potenzial konnte sich entfalten. Als ich angefangen habe, auf meine Intuition zu vertrauen und darauf, dass schon das Richtige passieren wird, konnte wirkliche Energie fließen. Mittlerweile liebe ich genau diese Momente, wenn es anders kommt, als man denkt und ich mich dann dem Vertrauen hingebe – dem Abenteuer, der Herausforderung. Dann spüre ich Leichtigkeit und bin vollkommen präsent im Hier und Jetzt.

Die Natur war mir hier eine liebevolle und weise Lehrmeisterin.